Fortbildungsreihe

Die Fortbildungsreihe richtet sich mit ihrem Workshop-Angebot an Psychologische Psychotherapeuten*innen und Ärzt*innen, die psychotherapeutisch tätig sind, wobei Grundkenntnisse der Verhaltenstherapie vorausgesetzt werden. Teilnehmer*innen anderer Berufsgruppen werden gebeten, sich vor der Anmeldung mit der Ausbildungsleitung in Verbindung zu setzen.

Die einträgigen Veranstaltungen finden an Samstagen von 9:00 bis 18:00 Uhr, zweitägige Veranstaltungen am Freitag 16:00 bis 20:00 Uhr und am Samstag 9:00 bis 18:00 Uhr im IFT-Nord in Kiel statt. Die Kosten betragen 170 Euro für eintägige, 250 Euro für zweitägige Veranstaltungen. Es gibt entsprechende Fortbildungspunkte.

Kontakt: ausbildung@ift-nord.de Telefon: 0431 570 29 40, Fax: 0431 570 29 49

Termine 2021

18./19. Juni 2021
Systemische Ansätze

  • Referentin: PD Dr. Simone Goebel, Psychologische Psychotherapeutin, Psychologische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, systemische Beraterin (DGSF), stellvertretende Leitung der Hochschulambulanz für Psychotherapie der CAU Kiel (HPK) und angestellt in KJP-Praxis tätig.
  • Zum Seminar: Die Systemische Therapie ist seit 2008 wissenschaftlich, seit 2020 für Erwachsene sozialrechtlich anerkannt als viertes psychotherapeutisches Verfahren in Deutschland. Das Seminar gibt einen praxisnahen Einblick in Theorie, Geschichte, Menschenbild und Strömungen der Systemischen Therapie. Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung praxisnaher Kenntnisse und Fertigkeiten in jenen Bereichen, in welchen die Systemische Therapie einen Schwerpunkt im Vergleich zu anderen Therapierichtungen hat: der Arbeit im Mehrpersonensetting, der Berücksichtigung transgenerationaler Aspekte oder der lösungsorientierten Beratung.
  • Methoden: Vortrag, Video-Demonstration sowie Übungen in Kleingruppen.
  • Ziel: Vermittlung theoretischen Wissens und praktischen systemischen Handwerkszeugs.
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17./18. September 2021
ACT-Starterkit: Einführung in die Akzeptanz- und Commitment-Therapie

  • Referentinnen: Dipl.-Psych. Anne Rotthaus / Dipl.-Psych. Johanna Schriefer
  • Dipl.-Psych. Anne Rotthaus ist Psychologische Psychotherapeutin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und ACT Therapeutin ACBS. Sie hat ihre Ausbildung zur Psychotherapeutin am Schwedischen Institut für Kognitive Verhaltenstherapie in Stockholm absolviert und ist seit ihrer Weiterbildung zur Dozentin und Supervisorin am Zentrum für Kognitive Psychotherapie in Göteborg zunächst in Schweden tätig gewesen und seit 2012 an staatlich anerkannten Ausbildungsinstituten in Norddeutschland. Von 2013 bis 2017 war sie Ausbildungs- und Ambulanzleiterin am IFT-Nord. Ihre Schwerpunkte sind neben der ACT- Behandlung die Optimierung des Lernens während der Exposition sowie die verhaltenstherapeutische Behandlung der PTBS und der Einsatz von ressourcenorientierten Interventionen.
  • Dipl.-Psych. Johanna Schriefer ist Psychologische Psychotherapeutin, ACT Therapeutin ACBS und Mediatorin. Sie ist tätig in eigener Praxis und als Dozentin sowie Lehrtherapeutin (VT) an staatlich anerkannten Ausbildungsinstituten (VTFAW SH, VTFAW HH, IVPM, IFT-Nord, WSPP der Universität Göttingen) und Supervisorin für Einrichtungen des Gesundheitswesens und der freien Wirtschaft. Seit 2011 hält sie Vorträge und Workshops zum Thema ACT für verschiedene Berufsgruppen (z. B. Ärzte, Fachtherapeuten, Pflegepersonal, Psychotherapeuten) im deutschsprachigen Raum. Neben der Durchführung von Einführungs- und Fortgeschrittenen Workshops befasst sie sich mit den Themen „ACT bei Zwangsstörungen“ und „ACT bei Borderline“ sowie der praktischen Anwendung der Bezugsrahmentheorie im therapeutischen Setting.
  • Zum Seminar: Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) ist ein prominentes Verfahren der sogenannten „dritten Welle“ der Verhaltenstherapie. Sie liefert ein transdiagnostisches Erklärungs- und Therapiemodell, in dessen Mittelpunkt kognitive und behaviorale Prozesse stehen, die die psychologische Flexibilität fördern. Das Ziel der ACT besteht weniger in der Beseitigung unerwünschter innerer Erfahrungen wie beispielsweise negativer Gedanken und unangenehmer Emotionen, sondern vielmehr in der Verfolgung einer vitalen und werteorientierten Lebensgestaltung: "The aim of ACT is to create a rich, full and meaningful life while accepting the pain that inevitably goes with it" (Russ Harris). Die Basisprozesse der Akzeptanz- und Commitment-Therapie werden im Workshop theoretisch erklärt und praktisch anhand von erlebnisorientierten Übungen vermittelt.
  • Zielgruppe: Der Workshop richtet sich primär an ärztliche und psychologische Psychotherapeut*innen. Der Workshop verlangt keine Vorerfahrungen mit ACT. Experimentierfreude und die Bereitschaft, überraschende und vielleicht auch verwirrende Erfahrungen zu machen, sind dagegen wichtige Voraussetzungen.
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22./23. Oktober 2021
IRRT - Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy

  • Referent: Professor Dr. Mervyn Schmucker, Urheber der IRRT. Begann seine klinischen Untersuchungen mit Imaginationsbehandlungen als Clinical Associate Professor (University of Pennsylvania) und langjähriger Mitarbeiter von Prof. Aaron Beck, leitete dessen Ausbildungszentrum für kognitive Therapie, kollaborierte mit Prof. Edna Foa an PTBS-Forschungsprojekten und war Supervidand und Arbeitskollege von Jeffrey Young. In 2008 war er Gastprofessor an der Universität Freiburg. Seitdem arbeitet er als Senior Clinical Consultant an der Klinik am Waldschlösschen, Zentrum für Psychotraumatherapie (Dresden) und leitet in den deutschsprachigen Ländern IRRT-Seminare, Zertifizierte Trainings, Weiterbildungsworkshops und Supervision in der Anwendung der IRRT.
  • Zum Seminar: IRRT ist eine Therapiemethode zur Behandlung von Traumafolgestörungen (PTBS) und anderer belastungsinduzierter psychischer Störungen. Visuelle und verbale Interventionen werden kombiniert, um Zugang zu belastenden traumabezogenen inneren Bildern zu gewinnen, diese zu konfrontieren, zu transformieren und emotional zu bewältigen. Die Hauptaspekte der Behandlung sind die Arbeit in der Imagination, die sokratische Haltung des Therapeuten und die Arbeit mit verschiedenen Persönlichkeitsanteilen als Protagonisten auf der INNEREN BÜHNE. Eine IRRT-Sitzung verläuft in der Regel in drei Phasen: Phase 1 – das Wiedererleben in sensu belastender Bilder und assoziierten Emotionen des Traumas, Phase 2 – die Konfrontation und Entmachtung des Täters durch das AKTUELLE ICH des Patienten, Phase 3 – die Entwicklung von Bildern der Beruhigung, Tröstung und Versöhnung zwischen AKTUELLEM ICH und TRAUMATISIERTEM-ICH bzw. dem KIND-ICH.
    Im Workshop werden die einzelnen therapeutischen Schritte der 3 IRRT Phasen vorgestellt und demonstriert, mit denen der Heilungsprozess im Nacherleben schmerzhafter traumatischer Erinnerungen und der Entwicklung neuer Phantasie-Skripts angeregt und begleitet werden kann. Videodemonstrationen und Fallbeispiele verdeutlichen die Umsetzung der IRRT in der Praxis. IRRT und ihre Hintergründe sowie empirische Erkenntnisse werden vorgestellt.
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27. November 2021
Psychisch kranke Eltern

  • Referentin: PD Dr. Simone Goebel, Psychologische Psychotherapeutin, Psychologische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, systemische Beraterin (DGSF), stellvertretende Leitung der Hochschulambulanz für Psychotherapie der CAU Kiel (HPK) und angestellt in KJP-Praxis tätig.
  • Zum Seminar: Eltern-Sein ist mit vielfältigen Herausforderungen verbunden, die zu der Entwicklung oder Aufrechterhaltung einer psychischen Störung beitragen können. Für Kinder stellt die psychische Krankheit eines Elternteils einen Risikofaktor für die Entwicklung dar: psychische Störungen, schulische Probleme oder stressassoziierte körperliche Erkrankungen wie z. B. Asthma sind Beispiele für häufige Folgen. Inzwischen ist gut belegt, dass durch die psychotherapeutische Behandlung psychisch kranker Eltern auch die Stressbelastung der Kinder sinkt und dass die Förderung elterlicher Erziehungskompetenzen die psychische Gesundheit von Eltern und Kindern fördert. In den letzten Jahren wurde eine Reihe von Therapiekonzepten und -manualen entwickelt, welche sich speziell an psychisch kranke Eltern richten. In diesem Kurs werden Belastungsfaktoren für psychisch kranke Eltern und ihre Kinder ebenso behandelt wie wichtige Interventionen, die sich speziell auf das Eltern-Sein beziehen sowie Therapiekonzepte und -manuale, die für die Arbeit mit psychisch kranken Eltern eine gute Wirksamkeit haben. Die Bandbreite der behandelten Techniken und Interventionen reicht dabei von verhaltenstherapeutisch orientierten Erziehungstrainings, Förderung der familiären Kommunikation und der Eltern-Kind-Beziehung, ressourcenorientierter Interventionen, präventiven Ansätzen zur Verhinderung von Kindesmisshandlung bis zu achtsamkeitsbasierten Ansätzen.
  • Methoden: Vortrag, Video-Demonstration sowie Übungen in Kleingruppen.
  • Ziel: Vermittlung theoretischen Wissens und praktischen Handwerkszeugs für den Umgang mit eltern-spezifischen Belastungsfaktoren für psychisch kranke Eltern.
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